Trekkingreise Namibia vom 29. April - 18. Mai 2006


Endlich wieder Urlaub und diesmal machte ich Afrika unsicher. Wurde ja auch mal Zeit, wilde Tiere nicht nur bei „Hagenbeck“ anzuschauen, sondern mal in „ECHT“.

Samstag, 29. April 2006

Der Flieger Richtung Afrika ging von Frankfurt aus. Ich hasse den Frankfurter Flughafen und die immer noch oder schon wieder stattfindenden Baumaßnahmen verstärkten dieses Gefühl noch.
Air Namibia sollte uns nach Windhoek bringen. Der Flug muss hier erwähnt werden, denn das ganze drum herum fand ich zeitweise doch recht abenteuerlich. Nicht nur, dass die Maschine nicht gerade das modernste Ding war, sondern auch die Ausstattung erinnerte eher an eine Art Flohmarktsammelsurium.
Cateringzubehör gabs von Lufthansa (dessen Reiherlogo dem Air Namibialogo doch verdächtig ähnlich sieht) und die Sitze waren auch nicht gerade Originale. Ich glaub Air France mischte hier mit.
Nicht nur die Maschine auch der Service war nicht so optimal und es fehlte irgendwie das System. Der Hammer aber kam kurz vor der Landung. Das Frühstück konnte zwar noch gerade so vor der Landung erledigt werden, aber es standen 10 Minuten vor der Landung noch Passagiere im Gang rum, während die Crew schon ihre Sitzpositionen eingenommen hatten. Hallo, sagt da mal einer was? Ja, hier durfte jeder machen was er wollte. Willkommen in der Freiheit. Der Pilot war sehr gut und machte an sich alle anderen Missstände wieder weg.

(An dieser Stelle möchte ich alle nun panischen Reisenden beruhigen. Der Rückflug ließ keine Wünsche offen und war einfach perfekt...siehe auch die Erläuterungen zum letzten Tag!)

Sonntag, 30. April 2006

Nach diesem erquickenden Flug kamen wir überpünktlich um 7.15 Uhr Ortszeit in Windhoek an.
Die Abfahrt ins Abenteuer zog sich aber noch ewig hin, denn die Einreise und der Geldwechsel brauchten viel Zeit.
Aber in der Zwischenzeit konnte ich schon die eine oder andere SMS in die Heimat schicken(ein Hoch auf das namibianische Handynetz, das an sich überall recht gut ausgebaut war).
Vor dem Flughafengebäude stand schon unser Safarimobil bereit und die Fahrt durch Namibia konnte starten.

Die Reise führte uns zu Beginn durch die Landschaft der Kalahari von Windhoek nach Marienthal. Die Kalahari liegt auf einer Höhe von 1100 m und ist mitunter platt wie Holland. Also schön freie Sicht nach allen Seiten.
Da die Strecke, die wir heute zurücklegen sollten, recht lang war, legten wir gegen Mittag eine Pause ein und es gab Lunch unter einem Kameldornbaum. Da sich hier Webervögel niedergelassen hatten, gabs sogar gleichzeitig was zu bestaunen.


Pause Unterwegs mit dem Safaribus durch die Kalahari

Am späten Nachmittag kamen wir an unserer ersten Unterkunft, der “Anib Lodge” an. Nach dem mit wenig Schlaf gesegneten Flug, war ich froh, das wir diesmal noch ein Bett hatten und erst morgen mit dem Zelt vorlieb nehmen mussten.
Katja und ich wollten gleich das Afrikafeeling pur erleben und entschieden uns für eine Pirschfahrt, die am Abend angeboten wurde.
Wir brachen bei strahlendem Sonnenschein auf und konnten hier und da durchaus ein paar Tierchen sehen, wenn auch nur Springböcke und Oryxantilopen. Aber zu Beginn ist man ja für jedes noch so kleine Tier dankbar (und wenn man bedenkt, dass eine Oryxantilope 1,20m Stockmaß hat, ist das schon ein großer Brocken).


Springböcke in der Abenddämmerung


Landschaftlich hatte die Gegend auch einiges zu bieten, so dass die Fahrt wirklich Spaß machte.
Zum Sonnenuntergang gab es den noch berühmt werdenden Sun Downer. Es wurde ein großer Tisch aufgebaut, auf dem Rot-/Weißwein und allerlei Knabberkram aufgebaut war. Mit dem Sonnenuntergang wurde es merklich kühler. Brrr...um nicht zu sagen, arschkalt. Und ich ? Ich war dünn bekleidet mit T-Shirt. Wir waren demzufolge dann sehr froh, als wir wieder in der Lodge ankamen.
Das Abendessen war der Hammer und wenn es so weiter gehen sollte, konnte ich getrost ein paar Kilos auf der Waage mehr erwarten. Als Vorspeise gab es eine Art Pastete im Blätterteig, gefolgt von einer Tomatensuppe und als Hauptgericht Oryxsteak (deswegen haben wir auch nur ein paar von denen auf der Pirschfahrt gesehen ;-)). Und zu guter letzt als Nachspeise Mousse au Chocolat mit Eis. Ächz, ich war vollgefressen.


Montag, 1. Mai 2006

Um 6 Uhr hieß es aufstehen, frühstücken und die Fahrt ging dann weiter nach Keetmanshoop.
Hier schauten wir uns den bekannten und auf vielen Postkarten verewigten Köcherbaumwald an.


Köcherbaumwald von Keetmanshoop

Nach diesem ersten kleinen Highlight hielten wir noch am Naute Damm und Stausee, ehe wir dann gegen 17 Uhr unseren Campground erreichten. Das "Leben in der Wildnis" fing nun an. Und es begann natürlich mit dem Zeltaufbau.
Problem dieser Gegend ist der frühe Sonnenuntergang, so dass Boris es grad noch schaffte, den Zeltaufbau zu erklären und die Essenvorbereitungen zu treffen. Aber es klappte alles ganz gut, so dass die Zelte bei Sonnenuntergang schon standen.
Löblich. Wer dachte dass das Essen auf Zelttouren spartanisch ist, der irrte hier gewaltig. Am heutigen Abend gab es Lammspieß, Steak mit Kartoffeln, einen Salat und Trüffel (die Boris am Wegesrand günstig gekauft hatte), dazu noch leckeres Kürbisgemüse. Da hat man echt keine Wünsche mehr.
Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich am Lagerfeuer und Boris ließ noch eine Süßigkeit zum Tagesabschluss rumgehen, ehe dann 21.10 Uhr Bettzeit war.


Dienstag, 02. Mai 2006

Wie schon fast üblich hieß es um 6 Uhr aufstehen. Wir wurden von knackigen 6Grad (immerhin über Null) begrüßt. Ja da macht das Zelten spaß.
Nach dem Frühstück, zu dem täglich wirklich guter Kaffee gereicht wurde, machten wir uns auf zum Fish River Canyon.

(An dieser Stelle ein Lob an das namibianische Brot. Von meinen Amerikareisen war ich auf "komisches" Brot vorbereitet. Doch hier erwartete mich eine echte Überraschung. Von den paar Jahren deutscher Kolonialmacht ist die Brotbackkunst geblieben. Es gab richtig gutes Mischbrot und das Toastbrot war auch hervorragend und kein Vergleich mit dem Pappmacheersatz aus Amiland. Juhuu, die Reise konnte nur gut werden und die Verpflegung war gesichert.)
Der Fish River Canyon hat mich mehr beeindruckt als der Grand Canyon. Er war überschaubarer und durch ein frisches grün recht ansehnlich.


FishRiver Canyon


Die Wanderung am Canyon entlang war angenehm nach dem Gefahre des Vortages und bot mitunter grandiose Ausblicke.
Boris hatte mal wieder an alles gedacht und zauberte zur kleinen Stärkung ein paar Äpfel hervor. Ja das zeichnet einen sehr guten Reiseleiter aus.
Bevor es dann weiter nach Aus (ja der Ort heißt tatsächlich so) ging, gab es noch ein kleines Mittag am Canyon. Dies namen wir zusammen mit Staren und Erdhörnchen ein und man musste aufpassen, dass einem die frechen Dinger nicht dass Essen aus der Hand stahlen.
Es gab zusätzlich zu unseren Lunchpaketen noch frische Honigmelone.
Erst gegen 18 Uhr erreichten wir unseren Campground, so dass hier schon die Zelte im Dunkeln aufgebaut werden mussten, aber wir hatten ja schon Erfahrung.
Ich war heute zur Küchenhilfe eingeteilt und half bei der Vorbereitung für´s Abendessen, das heute aus Huhn mit Nudeln bestand. So "alt" wurden wir heute aber nicht. Wir waren weniger müde, aber die Kälte trieb uns einfach in die Schlafsäcke. Hier in Aus war es schweinekalt und wer hätte gedacht, dass ich auch auf dieser Reise mit Müzte schlafen musste, weil es so kalt war.


Zeltaufbau Frühstück am Morgen


Dienstag, 03. Mai 2006

Zum heutigen Frühstück testeten wir ein typisch afrikanisches Essen, den Maisbrei. Und der schmeckte wirklich lecker, aber seine hervorstechenste Eigenschaft, war: er war heiß.
Und da es heute morgen immer noch sehr kalt war, erwärmte er einen von Innen. Bei dem ganzen Gebibber war man ja froh, wenn man den Löffel nicht fallen ließ. Selbst in Fleece und Windjacke war es doch noch sehr frisch.
Um 8.oo Uhr stand eine Wanderung auf dem Programm und wir erkundeten die Gegend um Klein Aus Vista.
Hier fühlte ich mich das ein oder andere mal wie eine Bergziege, denn die Anstiege waren schon recht steil. Auf den weiteren noch steileren Aufstieg verzichtete ich, denn wer weiß, wie man da wieder runter kam.
Die Ausblicke waren auch hier schon grandios. Es erinnerte mich ein wenig an die Mongolei (ich war zwar noch nicht da, aber so stellte ich mir das vor). Endlose Steppen und ein paar Berge. Wirklich schön.


Landschaft um Klein Aus Vista Kleine Rast mit gradiosem Blick


Mittags waren wir dann wieder im Camp und gönnten uns Nudel/Kartoffelsalat. Ja, wie gesagt, die Verpflegung war exzellent.
Wir hatten dann ein wenig Zeit zur freien Verfügung und genossen die Sonne. Natürlich gab es hier auch Kaffeezeit und so gings munter weiter mit Keksen und Kaffee. Nicht das hier noch einer hungern muss.
Um 16Uhr machten wir uns auf den Weg zum Garub Wasserloch, wo man Wildpferde beobachten kann. Die waren ganz nett, aber das beste an diesem Nachmittag / Abend gelang wieder mal Boris, der einen mit einem Sun Downer überraschte. Und zur Feier des Tages wurde der Sonnenuntergang mit einem Gläschen Sekt eingeleitet. Ja so lässt es sich leben.


Boris beim Einschenken des Sekts Sonnenuntergang in Namibia


Zurück im Camp gabs dann Abendessen (Lammeintopf mit Reis) und das schon jetzt lieb gewonnene Bushmann-TV (schöner Name fürs Lagerfeuer).


Donnerstag, 04. Mai 2006

Heute hieß es Abschied nehmen vom “Eiskeller” Klein Aus Vista und es ging weiter nach Sesriem. Am “Schloss Duwiseb” machten wir einen Zwischenstopp. Es war ganz nett anzuschauen, was ein Deutscher hier sich für eine “Burg” hingesetzt hat, aber vom Hocker gehauen hatte es mich nicht. Das gelang vielmehr (mal wieder) etwas Essbarem.
Im angrenzenden Cafe gab es einen wirklich sehr guten Apfelkuchen. Ein Muss wenn man schon mal hier ist.
Dann gings nach einer kleinen Buspanne (die Boris bravourös meisterte) weiter nach Sesriem. Unterwegs gabs dann schon wieder etwas mehr Tiere zu sehen und eine kleine Herde Springböcke konnte uns noch immer von den Sitzen holen.
In Sesriem angekommen gab es das übliche Spiel des Zeltaufbaus und wir brachen dann auch gleich danach zur ersten Düne auf.
Das war eine kleine Düne. Aber immerhin war es ein würdiger Ort für einen Sun Downer. Ja Gelegeneheiten zum Trinken musste man sich hier nicht lange suchen.
Mit Windhoek- oder Tafel Lager wurde der Sonnenuntergang begossen und das in einer landschaftlich schönen Gegend.
Es ging heute früh zu Bett, denn morgen sollte es schon vor Sonnenaufgang rausgehen, da wir die Dünen zum Sonnenaufgang sehen wollten.


Die ersten Dünen werden in Angriff genommen


Freitag, 05.Mai 2006

Um 4.45 Uhr stand allgemeines Aufstehen auf dem Programm. Man gut ich war von zu Hause aus im Training, so dass ich keinerlei Schwierigkeiten hatte, mich aus dem Schlafsack zu pellen.
Eine halbe Stunde später ging es Richtung Dünen. Unser erstes Ziel war die Düne 45.
(Auch wenn die Kreativität hier nicht gerade groß geschrieben wurde, handelte es sich tatsächlich um eine sehr bekannte Düne, die schon oft fotografiert wurde.)
Dank unseres frühen Aufstehens waren wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang angekommen. Es wurde das beste Fotomotiv gesucht und wer wollte, konnte hier schon seine Kondition mit dem Aufstieg testen.


Dünenlandschaft Düne 45 in der Morgensonne


Ich sparte lieber meine Kräfte für die große Düne. Währenddessen waren Boris und der Küchendienst mit dem Frühstück beschäftigt.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es hier zu dieser frühen Stunde auch wieder sehr kalt war und ich froh war, als es Kaffee gab. Ein hoch auf den Erfinder dieses Heißgetränks.
Nach der Stärkung gings weiter zu unserem eigentlichen Ziel. Den riesigen Dünen in Soussouvlei.
Nach einem kleinen 5km Marsch lag sie auch schon vor uns. Eine große Düne mit einer Höhe von 220 m. Und da wollten wir rauf. Irre. Schon während des Aufstiegs hatte man einen grandiosen Blick über die Gegend und auf dem Gipfel war es wirklich atemberaubend.


Beschwerlicher Aufstieg... ...aber wir haben es geschafft!


Der Aufstieg war beschwerlich, aber der Abstieg war schnell und sehr leicht. Einfach den Hang runter laufen. Gewicht schön nach hinten verlagern und schon war man in kürzester Zeit unten.
Auch die Wanderung durchs DeadVlei bescherte ausreichend Fotomotive. Nach dieser Hitzeschlacht (ja es wurde auch tatsächlich mal warm in Afrika) gings die 5km wieder zurück. Ach schön wars hier. Ein wirklich grandioses Erlebnis. Nach dem Besuch des Seriem Canyons , waren wir um 16 uhr wieder am Campground. Die Duschen wurden irgendwie nicht richtig warm, aber bei der Hitze tat eine Abkühlung ganz gut.


Samstag, 6 Mai 2006

Heute ging es nach Swakopmund und zur Abwechslung mal wieder raus aus dem Zelt und hinein in ein Bett.
Swakopmund gilt als der Kühlschrank Namibias, denn selbst im heißesten Sommer, werden es hier nur angenehme 22 Grad.
Die Fahrt dorthin führte uns durch verschiedenste Landschaftsformen. Erstaunlich, wie abwechslungreich das hier doch ist. Unterwegs war ein Stopp bei den berühmten Welwitschiapflanzen, die wirklich schon steinalt sind. Steinalt waren in diesem Fall so um die 2000 Jahre.
Sehr überrascht waren wir, als plötzlich eine Art Mondlanschaft die Gegend prägte.
Nichts außer ein paar Flechten machten es sich auf dem steinigen Untergrund bequem. Wir waren uns alle einig, dass hier Hollywood die Mondlandung inszeniert hatte. :o)


In der Mondlandschaft Spaß an der Bar


In Swakopmund angekommen bezogen wir unser Quartier die Pension Rapmund und vertrieben uns die Zeit bis zum Essen am Strand in einer Beachbar (wo man bei einer WiskeyCola für umgerechnet 2€ nicht nein sagen konnte). Nach einem sehr guten Essen in einem Restaurant beschlossen ein paar von uns den Abend in einer Bar.


Sonntag, 7. Mai 2006

Heute hatten wir einen freien Tag in Swakopmund. Da es leider Sonntag war, hatten nur wenige Geschäfte geöffnet, aber auch die paar Geschäfte reichten uns, um schon ausreichend Geld loszuwerden.
Ein Bummel durch die kleine Stadt war recht angenehm.


Schönes Städtchen Swakopmund - altes Amtsgericht Innenstadt


Den Nachmittag hatten wir mit einem Rundflug verplant. Für die Dauer von 2 Stunden 15 buchten wir einen Flug über Soussuvlei. Schließlich wollten wir uns mal von oben anschauen, wo wir tags zuvor gewandert sind.
Dummerweise erwischte meine Gruppe einen etwas zu "sportlichen" Piloten.
Ich versteh es bis heute nicht, warum er beim Anblick unserer Gruppe dachte, wir würden auf seine Kunststücke stehen, denn ein gemütlicher Rundflug sollte es nicht werden.
Kaum an halbwegs ansprechender Kulissse angekommen, begann er mit Steig- und Senkflug und das immer schön im Wechsel. Soviel von der Landschaft konnte man gar nicht sehen, weil man mehr damit beschäftigt war, den Horizont im Auge zu behalten. Was natürlich nicht immer gelang und schon nach 30 min, hatte mein Gleichgewichtsorgan das erste mal aufgegeben.


Kleines Spiel, such den Horizont !


Ich bin heute noch stolz auf mich, dass ich es trotzdem schaffte, was zu sehen und einhändig (da in der anderen Hand das Spucktütchen war) Bilder mit meiner Spiegelreflex zu schießen.
Trotz allem war der Blick von hier oben sehr beeindruckend und man konnte sich hier erst die Weite dieser Dünenlandschaft vorstellen. Einfach irre.
Die Kunststücke unseres Meisterpiloten ließen erst kurz vor dem Ziel nach, als er mitbekam, dass sich nun schon zwei Insassen seinen Flugkünsten geschlagen geben mussten. Trotzdem ein muss, jeder Namib-Wüsten-Reise.


Schöne Aussichten "Unsere" Düne mit dem Deadvlei


An diesem Abend speisten wir im "Europa Hof" und ich möchte sagen, deutscher hätte man nicht essen gehen können.
Um trotzdem noch ansatzweise einen Hauch von Afrika zu erleben, bestellten wir alle Tiere aus der Gegend. ;o)


Montag, 8. Mai 2006

Den letzten Tag in Swakopmund nutzten wir für einen kleinen Shoppingbummel, schließlich war das die letzte Gelegenheit bevor es wieder in die Wildnis ging. Shoppen konnte man in Swakopmund ganz gut und ich hatte hier schon alle meine Souveniers zusammen.
Um 10 Uhr ging es dann Richtung Spitzkoppe. Bei Spitzkoppe handelt es sich um eine eingewillige Felsformation, die mich irgendwie ständig an die "Schneekoppe-Werbung" erinnerte, wenn auch ohne Schnee. Gegen 12 Uhr kamen wir an und stellten fest, dass es hier wirklich Natur pur ist. Es gab keine Duschen und das Plumsklo hatte eine schöne Aussicht, denn irgendwie fehlte eine Wand (das war bei einem Klo, das andere hatte nur eine kniehohe Mauer als Sichtschutz). Na man musste sich halt durch Pfeifen bemerkbar machen, um Besuch zu vermeiden.
Nachdem die Zelte aufgebaut waren und wir uns häuslich eingerichtet hatten, gabs erstmal eine gemütliche Kaffeerunde bevor wir auf eine kleine Wanderung gingen, ja wir waren schließlich im Urlaub.


Entspannen am nachmittag Kaffeerunde

Auf unserer Wanderung besichtigten wir Felszeichnungen der Buschmänner und gingen durch schöne Landschaften. Leider ging dann bald die Sonne unter, so dass wir zum "gemütlichen" Teil des Tages übergehen mussten. Sundowner und Buschmann-TV.
Andrea und Maria hatten Geburtstag, so dass der Sundowner noch feuchtfröhlicher ausfiehl. Anzumerken ist auch, dass es nun abends mit ungefähr 20Grad noch angenehm warm war und wir es etwas länger am Lagerfeuer aushielten als sonst.


Burenwurst, Maisbrei, Tomatensoße - unser Abendessen Buschmann-TV

Dienstag, 9. Mai 2006

Auch heute war nichts mit Ausschlafen. Heute führte uns unsere Tour Richtung Twyvelfontein ("zweifelhafte Quelle").
Damit wir auch gleich heute morgen in Tritt kommen, besichtigten wir die Felszeichnungen in "Bushmans Paradise". Der Weg dorthin führte aber über einen ziemlich steilen Aufstieg. Ächz, also hier kam das Blut schon mal richtig in Wallung. Oben angekommen, war ich schon ziemlich ausgelaugt. Aber allein die Aussicht entschädigte für die Strapazen. Die Felzzeichnungen waren leider kaum noch zu erkennen, aber interessant war es allemal.


Aussicht nach anstrengendem Aufstieg

Nach den Zeichnungen gings weiter nach Twyvelfontein. Hier kann man Petroglyphen ("Felzritzereien") finden und diese sind noch sehr gut erhalten. Auf einem Rundkurs gab es sehr viele "Ritzereien" zu besichtigen und es waren alle Tiere des Buschs verewigt.


Die Tiere des Buschs finden sich hier wieder Petroglyphen in Twyvelfontein


Am Abend hatten wir wieder einen neuen Campground, der ganz ok war. Diesmal bestand das Abendessen aus ganz normalen Spagettie Bolognese. Tse unsere Ansprüche sinken (kleiner Scherz).


Mittwoch, 10. Mai 2006

Heute gings nun endlich zum Etosha Nationalpark, der von uns allen schon sehnsüchtig erwartet wurde. Die Tierbeobachtungen konnten losgehen, fehlten nur noch die Tiere.

Einfahrt zum Etosha Nationalpark Ja, wo laufen sie denn.....Ausschau nach den Tieren haltend


Gleich nachdem wir den Park befahren hatten, tauchte ganz nah am Bus eine Giraffe auf. Es muss sich um einen Bullen gehandelt haben, denn das Tier war riesig. Ach allein das reichte mir schon für heute, ich war dankbar und seelig. Dieser Giraffe folgte eine Zebraherde und zum Abschluß der ersten Pirschfahrt sahen wir noch zwei junge, kämpfende Elefantenbullen.


Zebras...die Ersten ein Jungbulle


Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage war das Etosha Safari Camp. Hiervon konnte man nur begeistert sein. Die Unterkünfte waren fest gebaute Zeltunterkünfte mit Badezimmer. Das muss man einfach gesehen haben. Uns hat es gefallen, zumal die Dusche wie eine Art Naturform war. Wie bei einem sanften Regenguss kam das Wasser aus dem Duschkopf. Herrlich.


Donnerstag, 11. Mai 2006

Pünktlich um 6 Uhr gab es ein überaus leckeres Frühstück. Nicht dass unser selbstgemachtes Frühstück nicht schmeckte, aber dieses hier, war doch um längen vielfältiger.
Danach ging es gleich wieder auf Pirschfahrt. Der Zeitpunkt für Tierbeobachtungen ist zu dieser Jahreszeit zwar nicht der Beste, aber für Zebras und Springböcke reichte es allemal.
Ok, ich muss gestehen, langsam wurden die Zebras richtig lästig und wir hätten gerne nochmal ein anderes Tier gesehen. Obwohl wir haben schon viele Tiere gesehen, aber halt nicht so zahlreich wie in den heißen Sommermonaten, wo sich alles um die Wasserlöcher scharrt.
Die Mittagspause verbrachten wir in Ochi... Dieses Camp im Park war mit allem ausgerüstet was man so braucht, angefangen bei der Bar bis hin zum Pool und einer Post. Am späten Nachmittag gings dann wieder raus auf Pirschfahrt. Der Elan unsererseits hielt sich zwar in Grenzen, aber wir wurden nicht enttäuscht.
Zuerst tauchte ein riesiger alter Elefantenbulle direkt vor unserem Wagen auf. Er machte ein paar Drohgebärden, aber ging dann doch friedlich seinen Weg runter von der Fahrbahn ins Gebüsch. Danach kam der Oberhammer. Eine riesige Elefantenherde von mindestens 50 Tieren ging wie an einer Perlenschnur aufgereiht durch die Gegend. Das war wirklich schon ein imposanter Anblick und entschädigte für vieles.


Ein großer, alter Elefantenbulle ...ein Nachzügler


Hier haben wir uns dann doch ein wenig festgeguckt und es wurde nun eng mit der Zeit, dass wir rechtzeitig aus dem Park kamen, der schließt nämlich kurz nach Sonnenuntergang.
Wir spurteten also aus dem Park und sahen gerade dann die ganzen Tiere, die natürlich zur Dämmerung alle hervorgekrochen kamen.
So sahen wir noch Giraffen und sogar zwei Nashörner. Die Zeit raste aber weiter voran und Boris gab Gas. Und pünktlich und gerade noch rechtzeitig erreichten wir den Ausgang. Boris der sichtlich erleichtert war, bedankte sich auf seine Art "Thanks for flying with Boris". Ach es hat Spaß gemacht, gerne wieder.
Der Abend wurde mit ausreichend leckeren Getränken und Essen im Safari Camp verbracht.


Die Elefantenherde

Freitag, 12. Mai 2006

Nach dem Aufstehen ging es weiter in den Park hinein und unser Ziel hieß Namutoni.
Die Tierchen hielten sie wie immer in Grenzen. In Namutoni schlugen wir wieder unsere Zelte auf und gönnten uns ein wenig Entspannung, bevor es nochmals auf Tierschau ging. Aber besonders erwähnenswerte Tierbeobachtungen gab es nicht. Halt von allem ein wenig. Am Abend gesellten wir uns mit einer Flasche guten afrikanischen Weins ans campeigene Wasserloch. Aber auch hier hatten wir nicht gerade ein glückliches Händchen. Ausser einer fetten Hyäne (ich war erstaunt, wie groß dieser Viecher werden können) gabs aber nichts zu sehen.
Des Nachts wurde es noch ein paarmal laut, da sich ein Schakal an unseren Vorräten zugange machte und rumrandallierte.


Ein Löwe in der Nähe von Namutoni So ein kleiner Kerl randallierte nachts

Samstag, 13. Mai 2006

Wir verliessen den Etosha Nationalpark und es ging weiter zum nächsten Highlight. Es ging zu den Buschmännern, den San.
Die Fahrt führte uns über Tsunemb. Tsunemb ist ein kleines Städtchen. Hier besichtigten wir ein durchaus interessantes Museum und schlenderten nochmal durch den Supermarkt. Und hier hatten wir die Gelegenheit das letzte mal sanitäre Einrichtungen zu nutzen, denn das Camp bei den San, war ein Bushcamp, hier gab es nur Natur.
Schon die Fahrt zu den Bushmännern war abenteuerlich. Wir verliessen eine gute ausgefahrene Piste und schlugen plötzlich einen Weg ein, der nicht mal den Namen Waldweg verdient hätte. Den letzten Teil des Weges zum Camp mussten wir gehen, denn die Gefahr dass unser Bus im Sand versank war doch zu groß. Ach herrlich, Abenteuer.
Mittags gönnten wir uns einen Snack und entspannten in dieser unberührten Gegend.


Unser Buschcamp Gute Laune mit Tafel Lager

Es erfolgte dann die Einweisung in die sanitären Einrichtungen. Sprich Umgang mit Spaten und Papier. Ach das ist doch schon mal Abwechslung für uns verwöhnte Großstädter.
Abends gab es ein super leckeres Mahl mit Salat,Currhähnchen und Süßkartoffeln. Später am Abend bekamen wir noch Besuch von den San, die uns ihre alte Musik näher brachten. Das war schon ein schöner Moment und was dies hier alles unvergesslich machen sollte, war eine sternenklare Nacht mit einem gut sichtbaren Vollmond.


Sonntag, 14. Mai 2006

Auf, auf im Bushcamp. Um 7Uhr hieß es aufstehen, denn um 8Uhr waren wir mit den Bushmännern verabredet. Wir wurden aus unserem Camp abgeholt und konnten dann einen Tag mit Ihnen verleben.
Zuerst kamen wir in das nachgebaute San-Dorf. Dort lernten wir das ursprüngliche Leben der San kennen und da dazu natürlich mehr gehört, als nur vor der Hütte sitzen, gingen wir mit ihnen auf Pirsch. Sie zeigten uns Pflanzen, die man als Medizin oder als Nahrungsmittel einsetzt. (Ich war erstaunt, als ein San eine Wurzel ausgrub die haargenau so roch wie die Mobilatsalbe. Tja die Apotheke vor der Haustür)


"Unterrichtsstunde" mit den San

Nachdem uns die Männer die Vorbereitung auf die Jagd zeigten, wie man Feuer macht usw. waren die Frauen dran und gingen mit uns Beeren sammeln. Es war ein sehr leerreicher Vormittag für uns.
Am Nachmittag konnten wir uns selbst ein wenig nützlich machen. So konnte man entweder am Bogenbau teilnehmen oder aber an der Schmuckherstellung. Ich entschied mich für die Schmuckherstellung und konnte ein paar Löcher in runde Teile von Strausseneiern bohren, aus denen nachher wunderschöne Ketten hergestellt wurden. So einfach war das gar nicht, denn die Strausseneischale ist auch nicht sooo robust, wie man bei der Größe vielleicht annimmt.


Workshops bei den Bushmännern - Schmuckherstellung... ...und Bogenbau

Tja so ging der Vormittag schnell rum. Zu Mittag kehrten wir wieder in unser Camp zurück und stärkten uns. Tatsächlich fing es heute das erste mal in der ganzen Zeit an zu regnen. Aber es war ein sehr warmer Regen, der auch nicht lange anhielt. Am Nachmittag gings dann wieder zu den San und weiter im Programm. Die Schmuckstücke und Bogen wurde weiter bearbeitet und es gab es kleines Showprogramm mit Tänzen und Spielen. Mitmachen war hier sehr erwünscht.


Spaß, Spiel... ...und Tanz


Tja auch so ein schöner Tag geht schnell rum und dann war das ganze Spektakel auch schon wieder vorbei. Schade, war wie ein lebendes Museum, so etwas konnte mich schon immer begeistern.
Am Abend gab es selbstgebackenes Brot und Schafeintopf (na nun nicht ihhhh, der schmeckte hervorragend). Da es mal wieder zu regnen anfing, dinierten wir im Bus. Es war sehr eng, aber spaßig wars allemal.Wir konnten den Regen fast schon richtig genießen, denn wir wussten nur noch einmal im Zelt und dann hieß es wieder Bett und nicht Schlafsack.

Montag, 15. Mai 2006

Es hieß Abschied nehmen vom Bushcamp. Selbst wenn es hier weder Duschen, noch ein gescheites Klo gab, es war schön hier. Völlig fern der Zivilisation. Herrlich. Die Rückfahrt verzögerte sich jedoch noch, der Bus steckte fest. Erst nachdem wir alles wieder ausgeladen hatten und Boris die Luft aus den Reifen ließ, gings doch noch weiter. Es ging Richtung Waterberg. Die Fahrt war recht lang, war aber mit dem Gedanken an eine Dusche auszuhalten. Im Camp angekommen stellten wir jedoch fest, dass man hier luxuriös Badewannen installiert hatte. Hallo??? Badewannen ??? Naja aber ein paar Duschen gabs dann doch noch. Nachdem wir wieder frisch und fruchtig waren, gings mit einer kleinen Wanderung auf den Waterberg.


Wandern wie im Harz- Bettina erstaunts Ja wo gehts nun lang...


Der Waterbergwanderweg den wir uns ausgesucht hatten, erinnerte eher an den Harz als an Namibia. Es war überall ein frisches Grün und ähnelte schon durchaus einem Dschungel. Zum krönenden Höhepunkt der Wanderung hatten wir uns den steilen Weg auf den Waterberg ausgesucht, der sich aber natürlich voll gelohnt hat. Die Aussicht war einfach nur schön. Leider konnten wir sie nicht allzu lang genießen, denn es dämmerte langsam und wir wollten ja noch heil unten angekommen.
Wir kamen natürlich alle heil unten an und genossen unser letztes Essen unter freiem Himmel.

Dienstag, 16. Mai 2006

letzten Tage folgen in Kürze!